Pfingstlager in Borken

Rückblick

Donnerstag, 31. Mai 2001
Das Pfingstlager begann für die Leiter nicht erst am 1. Juni sondern schon viel früher. Manche Sachen kann man im Vorfeld nur schlecht oder gar nicht planen, unteranderem deswegen haben sich 3 Leiterinnen, Simone, Sonja und Steffi, schon am Donnerstag auf den Weg gemacht. Was sie zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wussten oder vielleicht gerade mal geahnt haben, war, dass sie in der Nacht noch Besuch bekommen sollten...

Freitag, 01. Juni 2001
Die Anreise war diesmal zweigeteilt. Zum einen wurde der Grossteil der Kinder durch viele hilfsbereite Eltern nach Borken gebracht. Aber bevor die sich am Pfarrheim zur Abreise getroffen haben, waren die "Größeren" Teilnehmer schon mit dem Fahrrad vorgefahren. Die Anreise per Fahrrad gestaltete sich doch langwieriger als vorher geplant, die Pausen waren einfach zu lang :-) Aber auch die Abfahrt der PKW´s begann ein wenig chaotisch. Aber wann funktioniert schon mal etwas genau nach Plan. Nachdem die Fahrradfahrt länger als geplant gedauert hat, waren also nicht die Radler zuerst da, sondern die Eltern mit den mit Kindern vollbeladenen Autos.
Als nächstes stand, nach der ersten kurzen Eröffnungsrunde, das Aufbauen der Schlafzelte auf dem Programm. Doch durch immer größer werdende Routine läuft das mittlerweile sehr glatt und zügig ab, und die meisten Zelte wurden schon vor dem Abendessen bezogen. Zum Abendessen gab es übrigens den mittlerweile obligatorischen Hühnersuppentopf mit Muschelnudeln. Nach dem Essen und dem Spülen und nachdem die letzten ihr Schlafzeit aufgebaut hatten, gab es die Eröffnungsrunde zum Pfingstlager in der von Fritz Thomas Egner und seinen erklärenden Kindern (Dings Da, oder wie heißt diese Sendung) auf sehr illustre Weise das Motto vorgestellt wurde. Für die kleineren war dann nach ein paar Liedern Bettruhe angesagt. Die Rover hatten noch einen Programmpunkt vor sich. Sie wurden mit verbundenen Augen zu einem ihnen unbekannten Ort gefahren. Ihr Aufgabe war es, sich zu orientieren und zum Lager zurückzukommen.
Der ehemaliger Leiter Peter K aus GE kam an diesem Freitag nach 7 Monaten Bolivien-Freiwilligen-Einsatz in einem Kinderheim der Amigonianer wieder nach Deutschland und ließ es sich nicht nehmen, sofort mit EvT ins Lager zu kommen. Er stimmte uns sofort in Spanisch-Lateinamerikanische Rhythmen ein, die uns alle so mitrissen, dass das halbe Münsterland mittanzen konnte...
Gegen 3:00 Uhr war das Lager übrigens wieder vollzählig.

Samstag, 02. Juni 2001
Der Tag begann recht früh um 9:00 Uhr mit dem Frühstück, na ja beinahe 9:00 Uhr. Es stand noch einiges auf dem Programm. Im Abschluss an das Frühstück wurde das allerletzte Zelt, die Jurte, aufgebaut. Auch liefen die letzten Vorbereitungen zu dem folgenden Geländespiel.
Ziel des Spiel war es 2 l Wasser zu sammeln. Dazu bekam jede Gruppe einen Behälter und eine Berghaferl. Die Behälter mussten die Gruppen verstecken, und mit den Berghaferln mussten sie sich bei den umherlaufenden Leitern Wasser besorgen. Damit das ganze ein bisschen spannender wurde, spielten jeweils 2 Gruppen gegeneinander. Sie konnten zum einen den Wasservorrat der anderen mit Farbe vergiften und zum anderen gegnerischen Spielern das Lebensbändchen klauen. Die Spieler ohne Lebensbändchen mussten dann mit mind. zwei weiteren Spielern der Gruppe zur Spielleitung. Damit sie wieder ein Lebensbändchen bekamen, mussten sie eine Aufgabe erfüllen. Gewonnen hatte die Gruppe, die zuerst 2 l in ihrem Behälter hatte.
Nach einer kurzen Zwischenstärkung gab es Freiraum für die einzelnen Stufen/Teilnehmer bis zum Abendessen. Dem folgte eine Rhythm`n`Blues Einlage des ganzen Stammes, angespornt von der nächtlichen Serenada. Die Jurte erbebte in ihrem Grundfesten und man meinte, sie würde gleich die Kastagnetten auspacken und mitklappern. Danach sollte es noch mal für alle ernst werden, es ging nämlich mit dem Nachtspiel weiter. Die Kinder gingen in den gleichen Gruppen los, wie bei dem anderen Spiel. Ziel war es für die Teilnehmer an den einzelnen Stationen möglichst viel Geld zu gewinnen. Ja, es handelte sich um eine Casinonacht, nur das die einzelnen Spielstätten nicht in einem Gebäude waren, sondern man musste von "Tisch zu Tisch" wandern. Die einzelnen Möglichkeiten Geld zu gewinnen oder zu verlieren waren: Black Jack, Meiern, 4 Gewinnt, Roulette, Schweinchenspiel, Pronto Salvatore und ein Pferderennen. Während des Spiels erfuhren wir, dass unser Zeltplatz von ein paar Deppen aus MH "überfallen" wurde. Sie schafften es zumindestens die Zelte zu entspannen, bevor sie entdeckt wurden. Sie versuchten bei ihren Abgang mit Knallern Verwirrung zu stiften; doch durch den wagemutigen Einsatzes von Peter, den er mit einer Schulterprellung nach einem Sturz bezahlte, konnten zwei der Übeltäter dingfest gemacht werden.
Bis die letzten Leute vom Nachtspiel zurück waren, war es schon fast drei Stunden wieder hell, und der Brunch am nächsten morgen war für 11:00 Uhr geplant ...

Sonntag, 03. Juni 2001
Im Grunde war der Übergang von Samstag auf Sonntag fließend. Um so schlimmer war das Aufstehen ein paar Stunden später. Nach dem Frühstück oder besser gesagt dem Brunch, stand eine Planwagenfahrt, die uns Bauer Bischop spendiert hat, auf dem Programm. Mit zwei riesigen Planwagen, die jeweils von zwei Pferden gezogen worden sind, sind alle zu einem Forellenhof gebracht worden. Nur war das Wetter während unserer kurzen Anwesenheit dort sehr bescheiden und regnerisch. Der Rückweg zu Fuß war aber nett, zwischendurch hatte es einmal kurz etwas heftiger geregnet aber ansonsten schien die Sonne volle Kanne von einem blau-weißen Himmelszelt. Im Lager wieder angekommen war es für viele Zeit, sich auf ihr Versprechen in den Stufen vorzubereiten. An diesem Abend war noch eine Neuerung geplant. Das Abendessen, die Messe und die Versprechen bildeten eine Einheit. Eine der wichtigen Fragen in der Messe war, wann ist man satt bzw. sind wir nicht alle übersättigt. Am stärksten verbindet man mit satt sein natürlich das Gefühl nach einem guten Essen. Daher war das Essen auch Teil der Messe, und es gab die Aufgabe mal zu schauen, wann man satt ist und wann man mit dem Essen wirklich aufhört. Natürlich ist unsere Übersättigung nicht nur beim Essen zu finden. Leider hat das ganze für manche recht lange gedauert, was auch an den Versprechen lag, so dass einige am Schluss Probleme hatten sich zu konzentrieren. Insgesamt kann man sagen, das Essen war lecker, die Messe mal anders und es gab einige sehr schöne und gedankenreiche Versprechen. Für die kleineren Teilnehmer ging der Tag mal wieder so langsam zu ende, es war auch schon 23:00 Uhr.
An diesem Abend erreichten uns noch die Hilferufe einer anderen Jugendgruppe (KJG), die nicht sehr weit von uns entfernt ihr Lager hatten. Um ehrlich zu sein, hatten wir auch geglaubt, dass sie für die Aktion in der vorherigen Nacht verantwortlich waren. Allerdings stellte sich heraus, dass sie mit dem gleichen Idioten Probleme hatten. Auf jedem Fall ist eine kleine Delegation zur "Verstärkung" rüber gefahren. Zum Glück passierte aber an diesem Abend nichts mehr.

Montag, 04. Juni 2001
Der leider letzte Tag des Lagers, begann mit etwas Erfreulichem. Unser StaVo Thomas feierte seinen Geburtstag. Aber ansonsten begann nach dem Frühstück direkt wieder die Maloche. Es mussten natürlich wieder alle Zelte und Utensilien zusammen gepackt werden.
Nachdem alles verstaut war und die Eltern, die zum Teil sehr erwartet wurden, eingetroffen waren, gab es nur noch die Abschlussrunde und es ging wieder heimwärts. Für die Radler hieß das, wieder rauf aufs Fahrrad und Richtung Heimat. Scheinbar war die Freude auf zu Haus doch größer als ein paar Tage zuvor das Fernweh, denn die Rückfahrt ging trotz aller vorheriger Strapazen schneller als die Hinfahrt. Hhmmm.

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